Vitória de Setúbal - FC Paços de Ferreira 1:0 (0:0)

Primeira Liga (1. Liga Portugal)

18.02.18

Estádio do Bonfim (18.694)

Zuschauer: 4.640 (~50 Gäste)

   Eintritt: 10€



Mit der grünen Linie ging's mit der Regio bis Rossio zurück. Diese Linie lässt sich mit der gleichen Aufladekarte wie für Metro, Bus und Tram nutzen.
In der Station Rossio hieß es dann wechseln auf das rote Zugunternehmen (nein, Gott sei Dank nicht der DB) und somit auch gleichzeitig eine neue Ladekarte kaufen.
Hier kann man nur einzelne Fahrscheine aufladen, während bei der grünen Linie eine Geldauflafung mehr Sinn macht.
Die Zugfahrt wurde größtenteils mit labern und dem VfL-Liveticker verbracht, ehe wir in etwas weniger als einer Stunde in der Fischerstadt ankamen.
Bis Anpfiff war noch über eine Stunde, uns trieb es aber bereits zum Stadion, welches vom Bahnhof locker fußläufig erreichbar ist.
Hier ist alles schonmal deutlich chilliger als im wuseligen Lisboa und das Estádio Bonfim ein richtig geil abgeranztes Teil.
An einer Kneipe direkt am Akkreditierungsstand lungerten schon ein paar Szeneleute, vermutlich um die Presseausweisträger als Bifana zu verspeisen.
Da wir ehrenhafte Hopper sind, ging's an dem Stand aber eh vorbei und einmal rum, bzw. kurz rein.
Ein Tor stand sperrangelweit offen und die paar Sanis juckte es auch nicht, dass wir reingingen.
Hier hätte man direkt gratis bleiben können, aber bei 10€ für die Superior in der Ecke hinterm Tor war alles easy.
Mit Karten werdet ihr hier wohl kaum Probleme haben, beim letzten Heimspiel waren hier 1.300 Leute, beim erwarteten Kracher gegen Sporting auch bloß 7.800.
Durch eine Aktion zahlten Socios heute 5€, so dass es wenigstens etwas mehr als Schnitt waren. Mit immer noch satt Zeit ging's erstmal an den Bifanastand wo die Kombi Bifana + Super Bock für 3,50€ gleich doppelt geschossen wurde.
10 Minuten vor Kick-Off bei akzeptablen 23 Grad dann mal rein in die gute Stube und der Eindruck von eben wurde bestätigt, absolutes top Teil!
Als ich meinen Nachbarstuhl in der Hand hatte, konnten hier volle 5/5 Gammelsternchen vergeben werden!
Von Gästen und Heimszene weit und breit nix zu sehen.
Als kurz nach Kick-Off dann ein Polenböller direkt vor unserem Block explodierte klärte sich dann beides auf.
Die Ultras Grupo 1910 von Setúbal starteten einen Angriff auf die knapp 50 Gäste aus dem Norden.
Einige Flaschen wurden ausgetauscht, da die Jungs von Paços aber hinter einer Bullenkette waren, wich die Heimseite auch wieder recht schnell zurück.
Trotzdem ein Action-Potenzial was wir bei diesem Kick vorher so nicht auf dem Plan hatten.
Beide Szenen am Ende dann doch drin und auch mit jeweils gutem Support, was bei einem Fussballspiel Marke Oberkacke auch echt gut tat.
Ähnlich wie die Sonne, die uns gut durchbrutzelte und das Spiel in den Hintergrund rückte. Sonne geniessen und den Melodien beider Kurven lauschen, so soll es doch sein!
Klar, dass das Spiel durch einen Standard entschieden wurde, sonst hätten die beiden Gurkentruppen wohl ewig weiterspielen können...
Danach leider kaum noch Support auf beiden Seiten, die Gäste ließen sich von den Bullen soweit breitquatschen, dass einer ganz ganz schnellen Abreise nichts mehr im Wege stand.
Dieses Naturereignis wollten wir nicht verpassen und so standen wir mitten im Setúbal-Mob der den Jungs im bereits bei der Hinfahrt entglasten Bus eine gute Heimfahrt wünschte.
"Wenn man schon mal in dem Ort hier ist.." war nun das Motto und das winzige (aber schöne) Stadtzentrum sowie dem Atlantik wurden noch ein Besuch mit zwei Cervejas abgestattet.
Hier war aber in etwa so tote Hose wie bei einem achtfachen Familienvater, der sich dann doch besser sterilisieren lassen hat. Mit dem Zug zurück nach Lisboa und Sven und ich checkten erst das Biermuseum ab, was ein absoluter Reinfall und völlig überteuert ist.
Nüchtern und ernüchtert traten wir den Weg Richtung Unterkunft an um der Lokalität um die Ecke mal ne Chance zu geben.
Und BÄM! Die "Hope Tavern" war mal richtig geil! Dass ein Toast mit Ziegenkäse so gut schmecken kann und die Gambas wohl die besten meines Lebens waren, zeugt von der kulinarischen Glanzleistung dieser Küche.
Wer auf Meeresfrüchte usw. steht wird hier auf jeden Fall happy, Glück für mich, dass ich dazu gehöre.
Der restliche Abend wurde mit Berichte schreiben verbracht und da für morgen mal der Spieß umgedreht werden sollte (wir machen Sport und gucken nicht zu) ging's dann auch irgenwann mal Bubu machen.
Fussballtechnisch werde ich euch somit keinen Bericht aus Portugal mehr kredenzen, vom kulturellen Hauptgang kommen aber auch noch ein paar Zeilen.

Bis dahin, Obrigado für's lesen 🍻