Teutonia Schalke-Nord II - Viktoria Resse III 7:1 (3:0)

Kreisliga B2 Gelsenkirchen (10. Liga Deutschland)

14.10.18

Glückauf-Kampf-Bahn (11.000)

Zuschauer: 12

      Eintritt: frei



Nach dem britischen Kackwetter der vergangenen Tage sollte es nun wieder in südliche Gefilde gehen. Das tropische Gelsenkirchen im Sommerparadies Kohlepott lockte mit 26 Grad Außentemperatur. Perfektes Wetter für Wassersport also und so tauchte ich am heutigen Tag der Amateure ganz tief in die Ligenstruktur des deutschen Fussballs ab.

Ein astreiner Doppler mit einem 9. und einem 10 Ligakick war mein Ziel nach 1:10 Fahrt über die gähnend leere A1 und A43.

Generell wird Gelsenkirchen ja quasi immer auf Schaaaalkeee reduziert, weist aber eine unglaubliche hohe Dichte an top Grounds auf, die fast alle in den Niederungen des Amateurfussballs zu finden sind. Trotz aktuellem Nutzer Teutonia Schalke-Nord ist der erste Ground des Tages untrennbar mit dem FC Schalke 04 verknüpft und diente dem Traditionsverein von 1928 - 1973 und vor dem Bau des Parkstadions als Heimspielstätte. Im Jahr 1928 wurde das ehemals 34.000 Nasen fassende Stadion mit einem Spiel gegen den damals westdeutschen Meister SpVgg Sülz 07 feierlich eröffnet. Der damalige Gegner spielt heute übrigens nach Fusion im Jahr 1948 in der 2. Bundesliga, euch auch bekannt als 1. FC Köln. Mit 1.200 Sitzplätzen hatte man in den 30er Jahren ein ziemliches Privileg, welches eigentlich nur den Vereinen der gut Betuchten vorbehalten war, die 34.000 Plätze waren aber schon in den frühen Jahren zu klein für die Zuschauermassen die an die GAK strömten und 1931 kamen gar 70.000! Zuschauer gegen Fortuna Düsseldorf.

Heute fasst das gute Teil noch 11.000 Plätze, da die meisten Stehränge abgetragen wurden und nur noch wenige Stufen als Erinnerung an die alten Zeiten erinnern. Die wuchtige Haupttribüne steht aber weiterhin und ist ein absoluter Blickfänger für den sabbernden Fussballtouristen. Für 1,70€ erhielt ich mein Stauder-Pils in einen Plastikbecher, da der Verein wohl keine Glasflaschen mehr verkaufen darf. Ein Fakt, der bei 12 Zuschauern irgendwie ziemlich sinnlos rüberkommt und hier auch niemanden interessieren dürfte.

Ich machte es mir auf der Sonnenseite des Lebens (Gegengerade) bequem und genoss das kühle Flüssiggold, als in der 30. Spielminute ein weiterer Groundhopper?! die Anlage betrat. Mit seinem Smartphone knipste er auf seiner halben Stadionrunde hastig Bilder vom Ground und war in der 35. Minute schon wieder verschwunden. Ob er diesen Besuch tatsächlich zählt und an diesem Tag halb Gelsenkirchen abgegrast hat, bleibt leider unklar, dennoch im Vergleich zum Halbzeithopping nochmal ein ganz neues Level!

Neben einem Gedenkstein und zahlreichen netten Graffitis im und um den Ground, endete das Gemurmel auf dem Rasen 7:1 für Teeeuuutoooniaaa und ich durfte wieder ins ordentlich aufgeheizte Fahrzeug steigen um schnell zu Spiel 2 zu düsen.