SV Sandhausen 1916 - 1. FC Union Berlin 0:0

2. Bundesliga

02.09.18

Hardtwaldstadion (15.414)

Zuschauer: 5.517 (~900 Gäste)

      Eintritt: 17€



Am Sonntagmorgen sollten sich Schönis und meine Wege für ein paar Stunden trennen.

Hat der alte Profihopper nämlich schon alle drei deutschen Profiligen voll, sieht das Ganze bei mir dann eher so lückenhaft aus, wie die aktuelle Fiffi-Gerritzen-Kurve.

Dementsprechend wurde Schöni zum Offenburger Bahnhof geschossen, von wo seine Reise nach Siegen führen sollte.

Meine Reise führte zunächst mal nach Speyer in Rheinland-Pfalz um den Durst nach UNESCO Welterben mal wieder zu stillen.

Hier steht der Kaiser- und Mariendom zu Speyer, welcher seit 1981 auf der begehrten Liste steht und dessen Bau im Jahr 1025 mit dem Ziel die größte Kirche des Abendlandes zu errichten, begann.

1106 wurde er fertiggestellt und war zu jener Zeit eines der größten Bauwerke überhaupt und beeindruckend ist das gute Teil alle mal und somit auch einen Abstecher wert.

Nach einem kurzen Rundgang durch die Altstadt, wo anscheinend der 1. FCK die Hosen anhat, zog es mich in die Gaststätte am Domnapf, welche mir Schöni im Vorfeld empfohlen hatte.

Der sog. Domnapf wurde immer, wenn ein ein neuer Bischof in die Stadt einzog von diesem mit Wein gefüllt und jeder Bürger hatte das Recht daraus einen ordentlichen Schluck zu nehmen.

Bei einer Füllmenge von 1.580 Litern waren das wohl gute Freisuff-Orgien in der damaligen Zeit.

Mit einem Bischoff-Weizen wurde untapdd um einen neuen Punkt ergänzt und ein leckerer gegrillter Oktopus im von Griechen geführten Lokal verputzt.

Nun hatte ich wieder Bock auf Fussball und trat die etwa 20-minütige Fahrt nach Sandhausen an. Sandhausen hat satte 15.000 Einwohner und wie ihr ja alle wisst, seit 2013 auch einen Zweitligisten.

Ich beschränkte mich hier nur auf das Spiel und stellte mein Auto auf einem Sand-Parkplatz zusammen mit Unionern und heimischen Opis ab. Eine strikte Fantrennung war hier schon mal nicht zu erkennen und nach einem kleinen Fussweg durch den Wald, stand das Hardtwaldstadion vor mir. Leider hatte ich es verpasst mal mit dem glorreichen VfL hier aufzuschlagen und musste dies somit heute gegen den 1. FC Union Berlin nachholen, wobei es sicherlich schlimmere Gegner gibt...

Den Platz auf der Hauptribüne in der ersten Reihe konnte ich problemlos online ergattern und musste auch nur 17€ dafür löhnen, ein fairer Preis für die 2. Bundesliga.. Mit einem schlechten Hoepfner Pils machte ich es mir bequem und hatte genug Platz, denn gerade mal 5.500 Seelen hatten sich hierher verirrt, wovon die Gäste auch bereits fast 20% stellten.

Der Stimmungsblock der Gastgeber befand sich direkt neben dem Gästeblock und ich konnte drei Gruppen erkennen, die hier wohl den Support koordinieren. Neben der Hardtwaldfront 02 hingen somit auch Zaunfahnen des Syndikat 1916 und der Black Elite vor dem überschaubaren Block.

Bis 2005/2006 spielte der SVS schließlich auch noch in der vierten Liga (damals noch Oberliga)  und sollte in dieser Saison noch mit der TSG Hoffenheim und Astoria Walldorf zum FC Kurpfalz Heidelberg fusionieren, weil ein größenwahnsinniger Konzernchef Bock auf Bundesliga in seiner Region hatte.

Das Ende der Geschichte ist bekannt, Sandhausen entschied sich dagegen und der Plastikclub TSG Hoffenheim spielt inzwischen in der höchsten deutschen Spielklasse.

Auch wenn ich Sandhausen persönlich ziemlich langweilig finde, hat der Verein im Vergleich zu Hoffenheim wenigstens etwas Tradition, wurde 1978 und 1993 deutscher Amateurmeister und die Fanszene holt denke ich alles raus was hier möglich ist.

Den Gästen war man dann aber zumindest auf den Rängen doch deutlich unterlegen, auch wenn es vielleicht akkustisch nicht der beste Auftritt der Berliner war.

Optisch durften die Zuschauer dann für einen Moment ihre Blicke vom müden Kick auf dem Rasen abwenden und sich die Pyroshow der Unioner anschauen.

Da eine geplante Choreo nicht zugelassen wurde, wurde kurzerhand umgeplant und mit passendem Spruchband ordentlich "Dampf" abgelassen.

Das Spiel zum vergessen und entsprechend mit dem Schreckensergebnis 0:0 beendet, wurde das Stadion zügig verlassen um Richtung Siegen zu brettern. Hier wartete Schöni bereits nach einem wohl ebenfalls langweiligen Kick der Sportfreunde und zu zweit ging es schließlich zurück nach OS.

Am Ende zwei rundum gelungene Tage, wobei besonders der Samstag mit 3 guten Grounds hervorzuheben ist.