RC Strasbourg - FC Nantes 2:3 (1:2)

Ligue 1

01.09.18

Stade de la Meinau (29.320)

Zuschauer: 25.091 (200 Gäste)

      Eintritt: 26€



Kehl und Strasbourg und somit Deutschland und Frankreich trennt nur der Rhein und einige Brücken, über welche wir dann auch zu unserer Unterkunft im nördlich der Großstadt gelegenen Mundolsheim, wo im Royal Soleil Hotel günstig übernachtet werden konnte.

Kurz die Sachen auf´s Zimmer geschmissen und einen Bob in die Bahn gesetzt und schon ging es wieder Richtung Fussball und damit rein nach Strasbourg.

Die größte Stadt im Elsass durfte ich samt UNESCO Weltkulturerbe bereits auf einer Klassenfahrt bewundern und blieb mir nachhaltig positiv in Erinnerung, heute blieb für Sightseeing allerdings keine Zeit mehr.

Wie erwartet bildete sich bereits vor der Abfahrt ein ordentlicher Stau und sämtliche Seitenstraßen um das Stadion waren bereits 1,5 Stunden vor Spielbeginn gut zugeparkt.

Nach etwa 20 Minuten Suche wurden wir dann aber knapp 10 Minuten Fußmarsch entfernt doch noch fündig und konnten den Weg zum Stade de la Meinau antreten.

Direkt kamen wir in eine Polizeiabsperrung, welche gerade die 2 Gästebusse aus Nantes zum Parkplatz durchwinkten und uns erst nach 5 Minuten passieren ließen. Die Tickets konnte ich im Vorfeld im Online-Shop bestellen, war aber spät dran und erwischte somit nur noch zwei Plätze in der Ecke neben der Heimtribüne für jeweils 26€.

Mit noch einer Stunde bis Anpfiff genehmigten wir uns beide erst noch ein Ancre Pils, welches wirklich schal und schlecht schmeckte, zudem gönnte sich Schöni noch einen typischen Flammkuchen mit Schmand und Speck, welche vor dem Stadion für jeweils 7,50€ frisch gebacken werden. Die Schlange war hier aber ordentlich lang und so saßen wir eine Viertelstunde vor Spielbeginn auf unseren (oder anderen...) Plätzen. Einige vorher geblockte Plätze blieben hier frei und nachdem wir zunächst mitten im Ultrablock standen, fanden wir hier dann doch noch gute Sitzplätze für den Preis.

Das 1921 erbaute Stade de la Meinau wurde bereits für die Weltmeisterschaft 1938 und die Europameisterschaft 1984 genutzt und wurde zuletzt 2001 renoviert. Keine absolute Schönheit, aber auch ein reines Fussballstadion mit einer ordentlichen Kapazität, passt also.

Der Racing Club de Strasbourg Alsace, welcher ursprünglich 1906 gegründet und 2011 aufgrund einer Insolvenz neu gegründet wurde, spielt seit 2017 wieder erstklassig. Nach dem sportlichen Abstieg in die dritte Liga 2009/2010 begann das wirtschaftliche Fiasko, welches mit der Zwangsversetzung in die fünfte Liga zur Saison 2011/2012 gipfelte. Die Mannschaft konnte trotzdem auf seine Fans zählen und so purzelten die Zuschauerreorde in Liga 5 (gegen Illzach Modenheim kamen 9.813 Zuschauer) und in Liga 4 (20.004 Besucher Anfang April 2013 gegen den FC Mulhouse). Nach dem Aufstieg in Liga 2 in der Saison 2015/2016 folgte der direkte Durchmarsch in die Ligue 1 und das lange Warten der Fans hatte ein Ende.

Auch heute kamen etwas über 25.000 Zuschauer ins Stadion und bewiesen, das dieser Verein es verdient erstklassig zu spielen. Ebenfalls kann auf eine erfolgreiche Historie mit einem Meistertiel 1979 und drei Pokalsiegen zurückgeblickt werden.

Freundschaftliche Kontakte gibt es zu den Karlsruhern und auch zur Berliner Hertha, welche auch heute unter den Zuschauern weilten und nach ihrem Heimspiel gegen Lotte bzw. vor dem Auswärtsspiel auf Schalke Les Bleus unterstützten. Die Tribune Est, welche den Familienblock und nicht die Ultra Boys 90 beheimatet, zeigte zu Spielbeginn eine Choreo, welche aus weißen Papptafeln bestand, wobei die Initialien RSCA in blau hervorgehoben wurden.

Im Gästeblock gab es dann ein paar Fackeln, aber auch nichts wildes, der Auftritt der 200 Gäste aus Nantes war aber optisch top, akkustisch waren sie aufgrund unserer Nähe zur Heimseite quasi nie zu vernehmen.

Dazu gab es auf der Heimsite auch ein Transpi aufdem die begrenzte Anzahl an Gästetickets kritisiert wurde.

Die Tribune Ouest auf der die Heimszene steht zog über die vollen 90 Minuten einen beeindruckenden Auftritt ab und wusste durch eine starke Mitmachquote wirklich zu gefallen.

Seit einiger Zeit wird wieder die ganze Hintertorseite genutzt, nachdem man einige Jahre in der Ecke die Fahnen aufgehangen hatte, wobei diese vermutlich einfach nicht mehr ausgereicht hat. Trotz Führung konnte Racing keine Punkte zu Hause behalten und musste in einem bis zum Schluss spannenden Spiel als Verlierer vom Platz gehen. Wir fanden nach Abpfiff schnell Ersatz für unsere öden E-Tickets und traten zufrieden den Weg zurück zum Hotel an.

Der zog sich aufgrund des Verkehrs wieder ganz ordentlich, aber vor 12 waren wir auch locker in der Falle, schließlich sollte es am nächsten Morgen wieder früh los gehen...

Strasbour jedenfalls kann also nicht nur als Stadt beeindrucken, sondern macht auch beim Fussball richtig Laune. Wer hier noch nicht war sollte sich definitiv für beides Zeit nehmen!