Qubostan FK - Mubariz FK 4:2 (1:0)

Baku Villages Tournament (5. Liga Aserbaidschan)

01.04.18

SKiF-Stadionu (4.000)

Zuschauer: 4

   Eintritt: frei



Da wir von Baku bereits viel gesehen hatten, konnten wir am Ostersonntag auspennen, was unser Osterbunny Jörg nicht davon abhielt uns mit Schokohasen zu versorgen.
Bei überragendem Tee und gutem Frühstück wurde ein entspannter Tagesstart geschaffen und nachdem wir uns auch das supermoderne Kulturcenter ansahen, bummelten Pippo und ich noch kurz über den grünen Basar.
Ich gehe wirklich gerne im Ausland über die Märkte und schaue mich um und manchmal bekommt man ja auch ein paar Kostproben, hier zum Beispiel eine Süßspeise aus Granatäpfeln.
Nun konnte es mit Sack und Pack ab zum Tofiq Bahramov Stadion gehen um ein bisschen Groundspotting, leider nicht Groundhopping zu betreiben.
Der renovierte All-Seater beeindruckt besonders von außen, von innen mussten wir uns die Bilder erschleichen.
Beim ersten Tor, wo nebenan ein Jugendspiel lief, ließ uns ein knallharter Ordner/Bulle abblitzen. Auch sein Boss wollte uns anscheinend nach Rücksprache dort nicht sehen, also wurden wir eiskalt rausgeworfen.
Beim Versuch sich in ein weiteres Tor zu schleichen, fauchten uns zwei Typen an, dass wir nen Abgang machen sollen.
Erst beim dritten Versuch kamen wir unbemerkt für ein paar Bilder rein.
Schön und gut, aber sowas wird natürlich nicht gezählt, also weiter zu Spiel 2 und zum wahren Hobby Nr. 1.
Vorher aber noch nen "deutschen" Hotdog einer Fast-Food-Kette, die überall in Baku verteilt ist vertilgt und eher eine dänische Gemeinsamkeit bescheinigt. Bei umgerechnet 3€ für Hotdog, Pommes und Cola aber alles gut 😉
Das SKiF-Stadionu liegt etwas versteckt, wenige 100m vom Tofiq Bahramov Stadion entfernt und auch zu diesem Ground hatte ich vorher kein Bild gesehen.
Hier war der Wow-Effekt umso größer, denn mit einer astreinen Tribüne mitten im Hochhausviertel und einem mega abgegammelten Platz war das hier schon ein top Osterei und deutlich mehr als erwartet.
Wenig später tauchten dann auch die ersten Spieler vor diesem 5. Liga Spiel auf, womit hier schon die tiefste Spielklasse im Land gemeint ist in der auch unser neuer Kumpel Rauf kickt, der ebenfalls wieder am Start war und uns mit diversen Infos versorgte.
Im heutigen Iran leben z.B. etwa 15 Millionen Aserbaidschaner, da ein Teil des Landes früher quasi als Aserbaidschan galt, auch die Fans des iranischen Clubs Traktor Sazi sind zum Großteil Aserbaidschaner.
So wirklich religiös ist hierzulande übrigens kaum jemand.
Der Islam macht zwar den größten Anteil im Land aus, wird von vielen aber nur zu den größten Festen gelebt.
Ansonsten wird Bier getrunken und Schweinefleisch (eher selten und im Ausland) gefuttert, wenn man Bock drauf hat, also eine sehr entspannte und sympathische Auslegung.
Als Jörg erneut Schokohasen verteilte fragte Rauf auch erstmal verdutzt: "What is easter?"
Religion spielt hier einfach eine nachrangige Rolle, der Respekt voreinander ist dafür extrem hoch, was wir auch auf dem Fussballplatz sehen konnten. Eine gelbe Karte in zwei Partien zeugen schon von großer Fairness.
Der einzige Verletzte war somit eine Sitzschale, die von einem Volley mit voller Wucht getroffen wurde und in tausend Stücke zersprang, was den geilen Gammelfaktor nochmal hervorbrachte.
Das war Mubariz' Tormann wohl zu viel, welcher zur Pause frühzeitig nach Hause musste (zum Abendessen?) und durch einen Feldspieler ersetzt wurde.
Fussball von der Basis also hier in Baku, wir waren echt happy diesen Gammelground gemacht zu haben und wem der Fussball nicht gefiel, konnte sich auch das Boxtraining von zwei jungen Aserbaidschanern angucken ;-)
Mit einem von Rauf gebuchten (und schon wieder bezahlten) Uber ging es dann weiter zu Spiel 2 des heutigen Tages...