Odra Opole - Chrobry Głogów 1:1 (1:0)

I Liga (2. Liga Polen)

27.04.18

Stadion Miejski w Opolu (5.000)

Zuschauer: 2.106 (80 Gäste)

Eintritt: 18 Złoty (~4,25€)

Bei genauer Studie meiner bisherigen Spiele in 2018 ist mir aufgefallen, dass ich bisher exakt 0 fantechnische Highlights gesehen habe.
Das musste sich schleunigst ändern und mit dem Pokalfinale in Warschau am 02.05. war das Ziel schnell ausgemacht.
Da Polen auch sonst nicht für ruhige, entspannte Atmosphäre bekannt ist, sondern für absolute Hingabe und brachial lauten Support, wurde der Trip direkt mal etwas ausgeweitet und mit Cello der entsprechende Mitfahrer motiviert.
Freitagmorgens hob der Eurowingsbomber, der heute nur eine kleine windanfällige Propellermaschine darstellte schon von D'Dorf (dem wahren, ChrissFlyer...) ab.
Zur Mittagsstunde waren wir bereits am überschaubaren Flughafen von Wroclaw angekommen, von wo die Tour starten sollte und das passende Gefährt (ein Seat Ibiza) wurde bei Vermieter Panek eingesammelt.
Brandneue Karre, die direkt mal entjungfert wurde, wie bei einer Massenorgie und die nächsten Tage ordentlich Kilometer fressen durfte.
Zunächst wurde die Alstadt von Wroclaw besucht, wobei die Stadt im Einwohnerranking den 4. Platz belegt und nur Warschau, Krakau und Lodz den Vortritt lassen muss.
Nach erfolgreicher Parkplatzsuche, ging es zum Schnelldurchlauf auf den Rynek um die wichtigsten Bauwerke zu sehen.
Wroclaw ist definitiv wunderschön und einen (längeren) Besuch wert.
Für meine UNESCO-Sammelleidenschaft besuchten wir noch die Jahrhunderthalle und spotteten das Olympiastadion, welches aber leider nicht betretbar war.
Nun rief der eigentliche Zielort des heutigen Abends und der hieß Opole (Oppeln).
Da aber auch die Polen ein langes Wochenende vor der Haustür hatten, zog sich die Landstraße und Autobahn in die Länge, umgekehrt zum kleinen Pimmel von Amaury Bischoff also.
Trotzdem wurde die Großstadt (etwa 120.000 Einwohner) mit Puffer erreicht und Shaffi getroffen, welcher netterweise die Schlüssel unseres Blue Bike Apartments bereits angenommen hatte.
Der Würzburger Experte war bereits seit früh morgens in der Stadt und hatte bereits alles Sehenswerte gesehen.
Wir schauten bei der Suche nach Nahrungsmitteln noch nach Sehenswürdigkeiten und wurden in der Geburtsstadt von Miroslav Klose auch hier und da fündig.
Für Odra hat Miro übrigens noch nie den Fussballschuh geschnürt.
Die angepeilten Restaurants waren allesamt bereits um 19:00 auf einem Freitag geschlossen, so dass es früh Richtung Ground ging.
Auf dem Weg fiel das Mobilisierungsbanner der Heimszene zum heutigen Spiel ins Auge, welches etwas mehr Hoffnung schürte.
An einigen coolen Odra-Graffitis vorbei ging es zur Kasse wo wir uns Tickets für Sektor D besorgten.
Da das Stadion aber eh nur über eine geöffnete Tribüne verfügt ist das eigentlich auch egal, denn es gibt freie Platzwahl.
Bereits an der Kasse fielen neben den Odra-Modulen auch einige befreundete Stiernacken aus Bytom von Polonia auf.
Der Hunger trieb uns erstmal zum Grillstand, wo für 12 Zloty bei der Kielbasa zugeschlagen wurde, welche gut schmeckte.
Den Stimmungsblock A ließen wir rechts liegen und gingen weiter mittig auf die Tribüne um einen guten Blick auf die Heimseite zu bekommen.
Gute Zaunbeflaggung, aber leider eine geringere Mobstärke als erhofft.
Streckenweise wurde bei Odra eine gute Lautstärke erreicht, ansonsten war das aber eher mau.
Optisch wurde mit einer Fahnenchoreo in Hälfte 2 noch nachgelegt, die 100 Aktiven konnten uns dennoch wenig beeindrucken.
Chobry kam sportlich 20 Sekunden nach Wiederanpfiff wieder in die Partie, die Gästefans sogar noch später.
Nach knapp einer Stunde war der Block beflaggt und etwa 80 Gäste in orange-schwarz begannen zu supporten. Schonmal ein erster Vorgeschmack auf die Gästeproblematik in Polen, wo die Fans häufig gar nicht fahren dürfen, oder von der Polizei bis nach Anpfiff festgehalten werden.
Auch bei Chobry nette Zaunbeflaggung, wobei besonders die große orangene mit dem Vereinsnamen ins Auge stach. Unterstützt wurde man von einer Abordnung von Stilon Gorzow.
Zwischen Odra und Chobry gibt es keine
Feindschaft, mögen tut man sich aber auch nicht.
So wurden einige verbale Nettigkeiten ausgetauscht, unsere Blicke konzentrierten sich inzwischen aber auf 4 Nachwuchsspieler, wobei einer die anderen ständig anspuckte.
Raufereien sind in dem Alter ja völlig normal, aber eine ordentliche Ladung Speichel auf seinen Freunden zu verteilen hat auch in jungem Alter eine völlig neue Asi-Qualität.
Mit dem Unentschieden ging's zurück zum Apartment und da wir alle müde waren, ging auch das Licht recht schnell aus.