KSV Baunatal - KSV Hessen Kassel 2:1 (2:0)

Hessenliga (5. Liga Deutschland)

08.09.18

Parkstadion Baunatal (7.578)

Zuschauer: 4.500

      Eintritt: 10€



„Ohooo, wir fahren alle nach Bordeaux, wir spielen international, der OFC spielt nur in Baunatal...“

2013 war das der Europapokalschlager der Fans von Eintracht Frankfurt, doch an diesem Länderspielwochenende war Baunatal die wohl beste Alternative um Fussball zu schauen.

Das lag vor allem am Gastverein, ein, ähnlich, wie der OFC, gefallener Riese.

Hessen Kassel kann auf eine traditionsreiche Vereinshistorie zurückblicken, auch wenn der aktuelle Verein 1998 nach einem Konkurs nominell neu gegründet wurde.

Mit 6.700 Mitgliedern ist der "kleine" KSV aus dem Vorort der größte Verein in Nordhessen, beim Fussball aber eher wenig erfolgreich, war Baunatals Ausflug in die Regionalliga Südwest der größte Erfolg der Fussballabteilung.

Keine 2 Stunden Fahrt über die (teilweise) fertig gestellten Autobahnen trennen Osnabrück und Baunatal und ein Abstecher in das UNESCO Weltkulturerbe wäre eigentlich Pflicht gewesen, wenn ich dort nicht erst im Januar gewesen wäre :-)

Somit wurde auf dem sehr großzügigen Parkplatz geparkt und eine Sitzplatzkarte für 10€ erworben. Das Parkstadion verfügt nur über zwei ausgebaute Seiten, welche beide auch einen separaten Eingang haben und dem Ground seine Kapazität mit 5.000 Steh- und 2.578 Sitzplätzen.

Dank der direkten Nähe beider Vereine, sollte hier heute der Zuschauerrekord der Hessenliga purzeln und 4.500 Kibice fanden sich auf den Rängen ein.

Unter anderem auch Shaffi aus Würzburg war dabei und das "Nordhessenderby" konnte starten.

Der eigentlich vorgesehene Gästeblock war nicht ganz gefüllt und viele Kasselaner (Kasseler ist was anderes ;-)) waren versprengt auf beiden Tribünen zu finden, was mir eine Schätzung der Gästezahl relativ schwierig macht.

Der kleine, aktive Kern sorgte hier für die einzigen Tifo-Hihlights, wobei der Stadionsprecher bereits vor dem Spiel stolz verkündete, dass beide Fanlager sich auf fairen Support ohne Pyrotechnik geeinigt hätten.

Kassel erlaubte sich hierzu einen kleinen Spaß und zog eine Blockfahne hoch und die ersten Kameras wurden bereits hektisch hervor gekramt, ehe bloß ein bisschen Konfetti unter der Fahne zum Vorschein kam.

Ein Schwenker der Gäste erinnerte zudem an die immer noch aktive Freundschaft zu Holstein Kiel.

Nachdem es sportlich weiter nicht laufen will und man mit 0:2 in die Kabine ging, gab es in der 2. Hälfte heftige Wortgefechte zwischen den Gästeultras und der Nr. 7 von Baunatal, welcher ordentlich provozierte und nach dem Werfen einiger Gegenstände und Schimpfwörter kurze Zeit später von seinem Trainer vom Platz genommen wurde. Habe ich so heftig und dämlich auch selten von einem Amateurspieler gesehen...

Nachdem per Spruchband noch vermutlich einem (ehemaligen) Spieler die Meinung gesagt wurde, welcher nun anscheinend einem anderen Beruf nachgeht, wurde das gesamte Tifomaterial eingepackt und der Support eingestellt.

Das 1:2 schaffte Kassel zwar noch, verschoss aber in der Nachspielzeit einen Elfmeter und verlor somit endgültig beim kleinen Nachbarn.