KR Reykjavik - Fjölnir Reykjavik 0:0

Úrvalsdeild (1. Liga Island)

12.08.18

KR-Völlur (2.700)

Zuschauer: 669 (25 Gäste)

   Eintritt: 2.000 ISK (~16€)



Herzlich willkommen zur GSKR-Tour des Jahres und der damit verbundenen Rundreise um Island.
Da meine Freundin hier bis Ende des Jahres arbeitet, wollte sie vorher gerne einmal die gesamte Insel auf der berühmten Ringstraße 1 umrunden.
Da mir der Länderpunkt eh noch fehlte und Island naturtechnisch was können soll, willigte ich ein und am Samstagabend konnte die Reise von Bremen beginnen.
Der Germania-Bomber hob aber nicht wie geplant vom Supermarkt-ähnlichen Airport ab, sondern wir wurden aufgrund Verspätung und Nachtflugverbot kurzerhand nach Hannover gekarrt.
Mitten in der Nacht wurde dann der einzig bedeutetende Flughafen des Landes, Kevlavik erreicht.
Natürlich hatte die Bumsbude Fair Car, wo unser Mietwagen wartete nicht mehr auf und so wurde es sich eben für ein paar Stunden im Flughafen "bequem" gemacht.
Die Bewertung von sleepinginairports.com ist übrigens berechtigterweise scheiße, denn ein paar Trolle in gelben Westen wecken ChrissFlyer & Friends hier mitten im wohligen Schlaf auf dem Boden und berauben sie ihrem realpreisigen Schlaferlebnis.
Gegen 9 Uhr stand dann der Mietwagenshuttle bereit um uns zu unserem VW Up! mit 118.000 Kilometern zu chauffieren. Die Edition war die mit Abstand günstigste und ein 4x4 SUV hätte mehr als das Doppelte gekostet.
Nun konnte es also losgehen im Elefantenrollschuh und zunächst wurde die Hauptstadt Reykjavik angesteuert, welche weniger Einwohner als Osnabrück hat, aber immerhin die nördlichste der Welt ist.
Hier durften wir 2 Nächte bei Rosa und Jón pennen, die wir über die Familie meiner Freundin kontaktiert hatten und uns ordentlich Kohle sparten.
Im Vorort wohnen die beiden mit 3 Kindern ziemlich nobel und bereiteten uns einen freundlichen Empfang inkl. Grillen.
Wir hauten uns noch 2 Stunden in die Koje, ehe um 15:00 die überall bekannte Free Walking Tour auf dem Plan stand.
Die 2 Stunden reichen für die Stadt auch erstmal völlig aus, denn die ist nicht besonders groß und hat vergleichsweise wenig Highlights. Der typische Pylser (Hot Dog) durfte natürlich nicht fehlen, welche in Island mit Lamm zubereitet werden. "Günstiger" und leckerer Snack bevor man an Hallgrimmskirkja, Harpa und der Altstadt vorbei ging.
Passenderweise sollte um 18:00 dann ein Erstligaknaller bei KR Reykjavik beginnen, wo wir innerhalb weniger Autominuten ankamen und uns für 2.000 isländische Kronen pro Nase Tickets sicherten.
Die Abkürzung KR (Knattspyrnufélag) bedeutet hier etwa das gleiche wie bei uns "Fussballverein" und findet sich auch auf dem Emblem der Nationalmannschaft (KSI) wieder.
Der Platz (auf isländisch "Völlur") kommt mit einer netten Tribüne, einem Vereinsheim und einigen Verpflegungsbuden daher.
Bei den Letzteren hat man dann die Wahl ob man indisches Massaman-Curry, Hot-Dog, oder doch lieber die eben von Dominos gelieferte Peperonipizza ordert.
Ich entschied mich für das Pizzastück und wir verfolgten mit 667 anderen Zuschauern einen Gammelkick höchster Güte.
Dass kein aktueller Nationalspieler Islands in der heimischen Liga kickt, ist angesichts dieses Gegurkes klar wie Kloßbrühe.
Support, wenn man es denn so nennen darf, gab es selten, wenn dann wurde mal ein Kau-Er! (KR!) gerufen, aber ein lt. Claudia Neumann von den Isländern patentiertes "Huh!" (hat sie in den letzten 15 Jahren mal ein Spiel im deutschen Profifussball gesehen?!) konnten wir nicht vernehmen.
Somit ging es mit dem müden 0:0 in die Falle, da am Montag der Golden-Circle auf der Agenda stand. Hierbei handelt es sich schlicht um eine Route, die es für Kurzurlauber möglich macht an einem Tag 3 bekannte Sights wegzuscheppern. Um dem halben chinesischen Kaiserreich aus dem Weg zu gehen, wählten wir die umgekehrte Route und fuhren früher los als die Pauschaltouritransporter.
Mit dem Kehriđ Krater und der Secret Lagoon (preiswerte und nette Alternative zur blauen Lagune) wurden zudem zwei weitere Stops eingebaut.
Dazu natürlich die altbekannten 3 Stops mit dem Geysir Strokkur, dem Wasserfall Gullfoss und dem UNESCO Welterbe und Nationalpark þingvellir. Der Buchstabe þ wird übrigens wie das englische "th" ausgesprochen.
Der Gulfoss und der þingvellir wussten zu beeindrucken, warum beim Geysir aber mehr Leute 10 Minuten mit der Kamera darauf warten bis jemand abspritzt, als in der gesamten pornhub-Historie blieb uns schleierhaft.
Am Dienstag ging es endlich richtig los mit der Ringstraße 1 und wir verließen unsere Gastgeber und die Hauptstadt Richtung Norden.
Nicht ohne vorher das geliehene Camping Equipment einzusacken, denn gerade in der isländischen Pampa hat man Glück, wenn man ein Bett 150€ p. Nacht bekommt. Bereits ein berühmter deutscher Flugfetischist sagte eins: "Das ist nicht realpreisig!" Und somit hieß für 1/5 der Hotelpreise zu zelten.
Nach einer richtig geilen Wanderung zum Glymur-Wasserfall, dem zweitgrößten im Wasserfall-Schwanzvergleich inkl. Flussüberquerung auf einem Baumstamm, wurde noch der Grabrok Krater bestiegen, ehe Kilometer abgespult werden sollten und wir am Abend in Varmahlid ankamen und erstmals unser Zelt aufschlugen.
Mittwoch wurde morgens das Glaumbaer-Museum "besucht", was aus Fotos von außen bestand, da für den Eintritt in ein! Haus 10€ Eintritt genommen werden. Hierbei handelt es sich schlicht um traditionelle Grashäuser.
Ansonsten zahlt man in Island aber selten Eintritt, oder Parkgebühren, wenn man auf eigene Faust unterwegs ist. Nach einem kurzen Stop in der schönen Hafenstadt Sauđárkrókur ging es in Islands viertgrößte Stadt: Akureyri.

Für diesen exklusiven Status reichen hier geschlagene 18.000 Einwohner, welche sich in der Hafenstadt niedergelassen haben. Nach einem guten Lachs als Mittagessen, ging es etwas durch die Innenstadt und hoch zur Kirche, ehe man von oberhalb des Fjordes noch einen guten Blick erhaschen konnte. Kann man mal mitnehmen, man ist hier aber auch sehr schnell durch...
Nachdem das Zelt in der Nähe von Laugar aufgestellt war, ging es zum letzten Ziel des Tages, dem wuchtigen Godafoss.
Hier sollen der Sage nach 1.000 n. Chr. die letzten heidnischen Götterbilder hinuntergeworfen worden sein, als das Christentum die neue Staatsreligion wurde.
Der Godafoss ist von West- und Ostseite zugänglich und man sollte sich auch ruhig beide geben, für mich absolut lohnenswert.
Donnerstagmorgen hieß es früh los in den ganz hohen Norden, nach Húsavík.
Hier durfte meine Freundin ihr Geburtstagsgeschenk einlösen, eine Whale Watching Tour auf einem Fischerboot.
Umgerechnet 80€ darf man dafür auf die Walflosse patschen, pro Person versteht sich.

Dafür bekommt man eine dreistündige und unvergessliche Ausfahrt geboten.
Wir sahen einige Buckelwale, Entenwale und Weißbauchdelphine aus nächster Nähe, eine Schande für das Land, dass weiterhin Jagd auf diese majestätischen Tiere gemacht wird.
Natürlich musste ich auch in dieser Fischereihochburg frischen Fisch probieren und so gab es überragenden Lachs zu Mittag.
Für ein Tagesmenü zahlt man hier umgerechnet 20-25€, damit hat man aber auch meistens das günstigste Gericht erwischt.
Ansonsten hielten wir es eher mit Essen aus dem Bonus, dem örtlichem Discounter-Supermarkt mit einem psychopathisch blickendem, rosa Sparschwein.
Der restliche Tag wurde in der Region um den Lake Myvatn verbracht, wo man quasi alle 2 Kilometer für eine andere atemberaubende Landschaft anhalten kann. In den Nature Baths, einer weiteren Alternative zur überlaufenen, blauen Lagune wurde der Tag perfekt zum Ausklang gebracht. Das Beste hier ist, dass man am Eingang Armbänder mit Biermarken erwirbt und den Humpen dann vom Bademeister in den Pool gebracht bekommt, extrem lässig und eine geniale Erfindung. Der erste Eindruck von Island war also schon mal top!