Kolkheti 1913 Poti - Dila Gori 0:3 (0:0)

Erovnuli Liga (1. Liga Georgien)

05.04.18

David Abshidze Stadium (4.558)

Zuschauer: 284 (25 Gäste)

Eintritt: frei

Wirklich auspennen war heute nicht angesagt, da wir bereits um 07:30 das Haus wieder verlassen wollten.
Dementsprechend hieß der Georgier des Tages Giorgi Strapadze.
Girogi wuchs wuchs in einem kleinen Dorf nahe Tbilisi auf und merkte schnell, dass sein Leben besonders hart werden würde.
Seine gesamten Urlaubstage verbrachte er nicht mit Entspannung, sondern damit irgendwelche Grounds wezuscheppern.
Giorgi Strapadze ist ein absoluter Top-Lad und quasi unser unsichtbarer Begleiter am diesem Tag, denn der war straff durchgeplant, eben so wie es ein wahrer Strapadze machen würde.
Zunächst sollte der von Seppl, ähhh Pippo gebuchte Mietwagen in Empfang genommen werden. Der Vermieter Dollar im Radisson Blu Hotel ließ sich ebenso Zeit, wie die Dame am Schalter zum Geld tauschen.
Willi und Wilma ließen sich hier überhaupt nicht beirren irgendeinen Finger krumm zu machen, Wahnsinn!
Nachdem Jörg und ich noch einen Tageseinkauf für unsere Kleinfamilie erledigten, saßen die Stadionsammler auch schon im kleinen, roten Nissan Micra.
Was auf diesen "Geländewagen" heute noch zu zukommen sollte, war mir hier noch nicht ganz klar.
Der erste Stop wurde wegen einer verpassten Ausfahrt und der vertrödelten Zeit im Radisson erstmal gestrichen.
Ab Tbilisi gibt's übrigens eine recht neue Autobahn bis Gori, da wir aber jetzt in die Bergwelt wollten, musste die Landstraße und anschließend die Schotterpiste herhalten.
Erster Halt war die Burg Ananuri, welche am Ufer des Flusses Aragwi liegt, welcher bei unserer Ankunft aber recht trocken lag. Dass das Eis in Bergen noch nicht geschmolzen war, sollte uns später dafür noch zu Gute kommen... Die Burg und das Kloster sind den Zwischenhalt trotzdem wert und wir fuhren direkt weiter zum nächsten Ziel, dem sowjetischen Denkmal der russisch-georgischen Freundschaft.
Je weiter wir fuhren, desto spektakulärer wurde die Landschaft und die schneebedeckten Berge waren bald erreicht, so dass wir zum Denkmal durch den Schnee stapfen konnten. Hier in über 2.000 Metern Höhe passiert man den Ferienort Gudauri, welcher ein Ziel für Skifahrer ist und an den Berg Kudebi (3.006 m) grenzt.
Im Skiort passierte kurz vor unserer Ankunft ein Unglück am Skilift mit 10 Verletzten durch einen menschlichen Fehler.
Davon war hier nichts mehr zu merken und wir genossen den atemberaubenden Ausblick auf die Berglandschaft. Für mich ein absolutes Highlight unserer Tour und ein absolutes Muss, wenn man in der Ecke ist, auch wenn es vielleicht kein Nissan Micra sein sollte, der euch hier hoch hilft 😉
Wir hätten noch mehr Agendapunkte streichen können, entschieden uns aber nun direkt zum ersten Spielort zu fahren.
Gute Autobahnen und abenteuerliche Bergstraßen wechselten sich auf der 2-stündigen Fahrt Richtung Zestafoni ab.
Mehr 2 Stunden vor Kick-Off saßen wir in einem Schnellimbiss im Ort und kurz vor dem Ground und schaufelten uns Kebab & Co. bei nun wieder 25 Grad rein.
Bis auf Pippo, der sein Essen einfach nicht bekam und seinen verdienten Lohn für die ganze Fahrerei (mille grazie!) somit nicht erhielt.
Doch das Bonbon folgte ja nun in Form des David Abashidze Stadiums, wo der Länderpunkt Georgien mit dem o.g. Kracher eingepackt werden sollte.
Für mich Nr. 41 insgesamt, für den Captain die UEFA-Komplettierung und damit meinen allerhöchsten Respekt und herzlichen Glückwunsch!
Ein Ziel was ich definitiv noch erreichen möchte, welches aber aktuell noch nicht in greifbarer Nähe ist.
Warum die Heimelf aus dem 2 Stunden entfernten Poti am schwarzen Meer hier die Heimspiele austrägt, war uns auch nicht klar.
Da aktuell wohl einige Vereine renovieren und unter anderem Kunstrasen verlegen, gibt es dadurch bedingt einige Umzüge in der Erovnuli Liga.
Evronuli ist übrigens die georgische Nationalbank und sponsert die Liga, welche heute (an einem Donnerstag!) gleich zwei Spiele für uns bereit hielt.
Der Ground ist ziemlich geil und abgefuckt, hat mir sehr gut gefallen und war einer der schönsten der Tour.
Heimfans nicht lautstark vernehmbar, etwa 25 Gäste aus der Heimatstadt Stalins haben den Weg in den Westen angetreten und supporten ganz ordentlich.
Nach Quarabağ, das Erste Spiel wo überhaupt supportet wurde...
Mit 3:0 sackte Gori die 3 Punkte locker ein, wir bekamen unser Komplettierungsbier und machten uns auf zum Auto, denn um 21:00 rollte ein letztes Mal der Ball...