KF Fjarðabyggð - UMF Afturelding 0:3 (0:3)

2. deild karla (3. Liga Island)

18.08.18

Eskifjarðavöllur (1.000)

Zuschauer: 80

   Eintritt: frei


Da die Myvatn Area noch so viel zu bieten hatte, wurde eine Nacht auf dem Campingplatz drangehangen und auch der Freitag dort verbracht. Besonders die sogenannten Mud Pots, mit Schwefelgestank überzogene, brodelnde Felder waren beeindruckend, sah es doch wie eine Mars-Landschaft aus und wirklich der gesamte Bereich war in rot getaucht.
Aber auch dieser Tag geht natürlich nicht ohne Wasserfall zu Ende, welche es hier wirklich zu Hunderten, oder Tausenden gibt. Für die Kleineren, wo man hier nichtmal ein Schild anbringt, würde es in Deutschland wohl einen extra angelegten, kostenpflichtigen Parkplatz inkl. Ordner geben.
Der heutige hatte es aber so richtig in sich und kommt auf meinem persönlichen Wasserfall-Ranking auf Platz 1: Der Dettifoss.
Er ist nicht der höchste, nicht der am schönsten fließende, aber einfach der leistungsstärkste und heftigste Wasserfall in ganz Europa. Dieses 100 Meter breite Ungetüm pustet pro Sekunde unfassbare 193 Kubikmeter Wasser den Fluss herunter.
Der Dettifoss ist von der Ostseite leider nur für 4x4 Autos zugänglich, sind dort sogar noch bessere Blicke möglich, wir waren aber auch von der Westseite mehr als beeindruckt, absolute Pflicht im Wasserfall-Informer.
Nun spulte ich noch eben einige Kilometer in die größte Stadt des Ostens, den recht langweiligen Ort Egilsstadir runter, von wo es Samstag dann auch endlich wieder zum Fussball gehen sollte. Hierbei sank die Tankanzeige bedrohlich und nach satten 180 Kilometern kam die nächste Tankstelle zum Vorschein. Man sollte hier wirklich jede Chance nutzen, wenn einem nicht die Karre verrecken möchte...
Vor dem Spiel ging es noch schnell hinauf zum Hengifoss, dem Wasserfall of the day, welcher sicherlich ganz nett ist, aber kein absolutes Muss.
Für den zweiten Kick hatte ich mir absichtlich kein sportlich wertvolles Spiel, oder viel Ausbau, sondern einen Ground mit geilem Panorama rausgesucht. Denn das gibt es hier IN Island (die Isländer legen viel Wert darauf, dass man ihr Land nicht als Insel bezeichnet...) ohne Ende.
Dieser Ground war heute im überschaubaren Fischerdorf Eskifjörđur zu finden, welches malerisch am Ende eines Fjords entlang der Straße 92 liegt. Alleine die Fahrt hierher war es absolut wert herzukommen und spätestens hier waren die vollen Touristenbusse und Selfiesticks ganz weit entfernt.
Nach einem top Burger in der örtlichen Tankstelle (Tanken stellen hier eine gute und preiswerte Alternative zu Restaurants und sind auch bei Einheimischen sehr beliebt) ging es zum Ground, welcher nach Umbau in den letzten Jahren nun sogar auf einer Längsseite eine kleine Tribüne besitzt und nur noch die Reste der ursorünglichen Naturstufen zu erkennen sind.
Das Highlight ist aber wie angedeutet das Panorama und die damit verbundene Landschaft. Schaut man auf eine Seite fließt ein Wasserfall den Hang hinunter, während man auf der anderen auf einen großen Berg blickt, welcher sich hoch über den Fussballplatz ragt.
Der Verein mit dem unaussprechlichen Namen KF Fjarđabyggđar darf somit behaupten einen der geilsten Plätze in ganz Island zu besitzen.
Viele der knapp 80 Zuschauer kamen erst kurz nach Spielbeginn und verzogen sich in der Halbzeit auch alle in das warme Vereinsheim, denn für August war es hier an der See arschkalt.
Hier dann Muffins und lokale Kuchenteile für alle umsonst, also auch für uns. Das trockene Zuckerzeug wurde dann stilecht nicht mit Fanta oder Cola, sondern einer eiskalten Appelsin runtergespült und in Halbzeit 2 ein bereits in der ersten Hälfte entschiedenes Spiel gesehen. Auffällig waren die vielen Legionäre, was für mich für diese Spielklasse doch eher überraschte.

Wir mussten nun noch etwa 3 unterschiedliche Fjords umfahren um den besten Campingplatz der Tour mit lokalem Craft-Beer zu erreichen, wer hier oben mal rumturnt, dem sei ein Halt in Berunes hiermit empfohlen. Aufzuwachen und direkt auf einen Fjord zu schauen ist schon was Feines und der Start in den Tag macht gleich doppelt so viel Spaß.

Heute sollte es schon wieder ein gutes Stück weiter gehen und nach kurzem Stop in Höfn ging es zur Gletscherlagune Jökulsárlón mit dem zugehörigen "Diamond Beach". Hier kann man einen Gletschersee inkl. großer Eisblöcke bestaunen, welche neben Robben auf dem Wasser treiben.

Die zugehörige 40-minütige Fahrt über´s Wasser für schlappe 80€ schenkten wir uns aber und beließen es bei Fotos vom Beckenrand.

Am Abend war dann noch Zeit für einen kurzen Abstecher in den Skaftafell-Nationalpark, wovon man nicht nur den Svartifoss unter Hexagon-Basaltsäulen sieht, sondern auch einen Blick auf den Vatnajökull, den größten Gletscher Europas außerhalb des Polargebiets erhaschen kann. Diese weiße Riesentoblerone bedeckt etwa 8% der Fläche Islands und hat teilweise eine 900! Meter dicke Eisschicht.

Der zum Nationalpark gehörige Campground wurde von uns glücklicherweise gemieden ist er nämlich komplett überrant.

Ab hier brach dann die neue Woche und somit auch die letzten Tage in Island an, die natürlich noch ein paar Highlights inkl. Fussball bereit hielten...