Gandzasar FC - FC Ararat Yerevan 3:1 (2:0)

Premier League (1. Liga Armenien)

04.04.18

Banants Stadium - Platz 3 (500)

Zuschauer: 100

   Eintritt: frei



Am Mittwochmorgen war die Ernüchterung über das gestrige Pokalaus des VfL noch groß.
Aber bei unserer Kaukasustour war gerade mal Halbzeit, also Mund abputzen und raus aus den Federn.
Gegen 9 Uhr wartete bereits unser ca. 70 jähriger Fahrer darauf den gesamten Tag mit uns zu verbringen.
Nachdem wir bisher ausschließlich in Großstädten unterwegs waren, sollte nun ein Ausflug zum Garni Tempel, sowie dem Geghard Kloster folgen, welches zu meiner großen Freude zum UNESCO Weltkulturerbe zählt.
Kaum 10 Minuten außerhalb der Hauptstadt bekamen wir nochmal mit was für eine wuchtige Landschaft dieses Land besitzt.
Über wunderschöne Bergdörfer und Rumpelstraßen ging es zunächst zum Garni Tempel, wo das Highlight ganz klar der Ausblick und nicht der Tempel selbst darstellt. Ein Kulturground aus der Kagegorie "Liegt auf dem Weg, nehmen wir mal mit."
Da konnte das Geghard Kloster schon deutlich mehr überzeugen, knapp 1.000 Jahre alt und mitten in den Fels gebaut mit uralten Räumen und Verzierungen. Wirklich lohnenswert und im Gegensatz zum Tempel auch kostenfrei.
Da kann man die 500 Dram für ein halbes Süßbrot schon mal springen lassen, wobei die ersten 3 Bissen super schmecken und man das Zeug im Anschluss für die nächsten 3 Jahre nicht mehr anrühren möchte.
UNESCO Länderpunkt also auch im Sack, so dass nun der Fussballdoppler kommen konnte.
Gut, dass Jörg noch den Spielort für heute checkte, denn die Partie von Gandzasar sollte ursprünglich im Nationalstadion stattfinden, wurde aber kurzfristig auf Platz 3! des Banants Stadiums verlegt.
Klingt nach absolutem Müll und konnte dann doch eher positiv überraschen, da eine Tribüne mit knapp 500 Sitzen vorhanden ist und man hinter dem Tor direkt auf den Ararat blickt.
Das Ganze selbstredend wieder for-free, im Kaukasus ist alles so billig und sie wollen trotzdem kein Geld von uns, na gut...
Die gesamte Anlage von Banants ist ziemlich modern, doch darauf komme ich im nächsten Spielbericht zurück.
Gandzasar hat mit Banants und mit Yerevan nämlich mal rein gar nichts zu tun.
Der Ort liegt am Arsch und an der Grenze zum verhassten Aserbaidschan.
Der Heimground wurde wohl von noch kaum einem Hopper gemacht und so spielt die Truppe ihre Erstligapartien eben in der Hauptstadt.
Gut für uns, denn so kann man den einfachsten Doppler seit VW-Arena und AOK-Stadion eintüten.
Bier und Snacks gibt's übrigens direkt gegenüber vom Eingang in einem kleinen Kiosk, wo wir uns mit dem Kindermob um die letzten Tüten Schaschlik-Chips kloppten, beim kühlen Blonde aber die Alleinanwärter waren.
Obwohl du hier neben einer Schubkarre (wie in Baku gesehen), wohl auch deinen Esel oder deine Großmutter ins Stadion einschleusen könntest, trinkt hier wirklich niemand Bier.
Gut es mag an der fanfreundlichen Anstoßzeit von 13:00 auf einem Mittwoch! liegen, aber auch bei den restlichen Spielen hat hier in der Region offenbar keiner Bock auf Spieltagssuff.
Sei's drum, wir ließen es uns gut gehen und das Spiel konnte auch wieder was.
Wobei selbst in Armenien einige Brasilianer ihre Brötchen, oder Kebab verdienen.
Wenn dich der Spielerberater nach Europa lockt und dich in einer ersten Liga unterbringen will, solltest du manchmal nochmal nachfragen wohin es denn genau geht 😉
Wir mussten unsere Ärsche nun bloß ein paar Meter weiter auf der Haupttribüne des Banants Stadiums platzieren...