FK Quarabağ - Keşlə FK 1:1 (0:1)

Topaz Premyer Liqası (1. Liga Aserbaidschan)

01.04.18

Azərsun-Arena (5.800)

Zuschauer: 1.200 (50 Gäste)

   Eintritt: frei



Mit dem Uber ging es nun ein gutes Stück raus aus Baku, anders als erst erwartet.
Die Groundhopper App hat die Azərsun-Arena nämlich satte 16km entfernt ins Stadtzentrum gesetzt, wo sie aber definitiv nicht steht...
Im Vorort angekommen hieß es erneut free entry und auch Rucksack und Co. konnten mit rein.
Wir gingen aber erstmal was essen und wurden mit 4 Personen für 5,60 Manat gut satt. Umgerechnet also 2,80€, willkommen im Kaukasus!
Zurück im Ground, machten wir hinter der Fankurve noch ein paar Bilder von Stickern und "Graffitis" bevor es auf die einzige ausgebaute Längsseite ging.
Das Stadion von Quarabağ ist mit 5.800 Plätzen zu klein für die UEFA-Regularien, daher wurden die Champions League Spiele im großen Olympiastadion ausgetragen, an welchem wir einige Male vorbei fuhren und welches der Münchener Allianz Arena ähnelt.
Den heutigen Kracher gegen den neu benannten Verein Keşlə FK wollten aber gerade mal 1.200 Zuschauer sehen.
Der Gastverein wurde von Inter Baku in Keşlə umbenannt, Wappen und Farben komplett getauscht. Daher boykottieren viele Fans den neuen Club, 50 Gäste supporteten aber dennoch.
Bei Quarabağ gab es 3 unterschiedliche Fangruppen, durchweg waren die Meisten (zum Teil deutlich) unter 18 Jahre alt, supporteten 90 Minuten aber ordentlich den Verein, den Oliver Kahn vor der CL-Gruppenphase nicht mal kannte.
Qarabağ Ağdam, so kennen wohl die meisten Heinze den Club, welcher aus der Region Karabach stammt und aufgrund des Bergkarabachkonfliktes im Jahr 1993 in die Hauptstadt Baku fliehen musste. Durch die Besetzung armenischer Einheiten wurde Ağdam eine Geisterstadt und Quarabağ ein Dauergast in der Premyer Liqası.
Auch Rauf erklärte wieder so manches spannende Detail, unter anderem, dass es in Aserbaidschan keinen fixen Absteiger gibt.
Die meisten 2. Ligisten erfüllen die Ansprüche an Stadion und Jugendzentrum nicht und/oder haben schlichtweg zu wenig Geld.

Das Spiel war selbstredend das qualitativ hochwertigste bisher und endete leistungsgerecht 1:1.

Für uns war in Aserbaidschan hier Schluss und wir fuhren mit Uber zum Busbahnhof von Baku. Eigentlich sollte die Marschrutka nach Tbilisi bestiegen werden, jedoch war ein Taxi laut Rauf nicht wesentlich teurer, deutlich entspannter und vor allem schneller.
Direkt nach dem Ausstieg aus dem Uber wurden wir von der Taximafia belagert und die Angebote flogen uns um die Ohren.
Rauf managte die Situation lässig und buchte uns für umgerechnet 12,50€ p.P. in eine Karre nach Georgien ein.
Nachdem noch auf einen weiteren, willigen Willi gewartet wurde, ging es es mehr als 500km durch die Nacht.
Unser Fahrer hörte dabei die gesamte Fahrt Musik über sein Tablet, wovon locker 3 Stunden auf das Konto von Inna, einer rumänischen Elektropop-Sängerin gingen.
Pippo wollte sich bereits die Kugel geben, als wir endlich an der Red Bridge ankamen.
Mitten in der Nacht zu Fuss über den Fluss Khrami zwischen Georgien und Aserbaidschan, ein absolut geiles Erlebnis.

Von dort nahmen wir direkt das nächste Taxi auf georgischer Seite um zur nächsten Grenze zu fahren, der armenischen.

Wie bereits oben angedeutet, gibt es aufgrund des Bergkarabach-Konflikts keinen Grenzübergang zwischen Aserbaidschan und Armenien, womit unser Umweg zu erklären ist.
Der erste Goldzahn-Willi fuhr uns für 60 Lari zum nächsten Checkpoint und wir wechselten in Taxi Nummer 3 und damit dem einzigen! Taxi hinter der armenischen Grenze.
Der Fahrer pennte gerade gut weg, als Jörg ihn mit einem Klopfer aus dem Traum des großarmenischen Reichs riss und wir für 27.000 Dram einschlugen bis in die 4,5 Stunden entfernte Hauptstadt zu fahren.
Das sind immerhin 15€ pro Nase, bei einer Fahrt über die schlechtesten Straßen, die ich je gesehen habe.
Der Fahrer war mehr damit beschäftigt Schlaglöchern auszuweichen als dem Gegenverkehr, was ab und an zu halsbrecherischen Manövern führte.
Zwischendurch wurde mitten in den Bergen im Morgengrauen angehalten und der erste Eindruck von der traumhaften Landschaft eingefangen.
Dank der Triple-Taxi-Tour wurde Yerevan bereits um 9 Uhr Morgens statt um 20 Uhr abends erreicht.
Was da so los ist? Lest ihr im nächsten Bericht 😉