FK Dukla Praha - FK Jablonec 2:6 (0:3)

1. Česká Futbalová Liga

03.11.18

Na Julisce (28.000)

Zuschauer: 1.626 (70 Gäste)

      Eintritt: 200Kč (7.73€)



Nach Abpfiff in Velvary war dann nicht mehr so viel Zeitpuffer wie zuvor und so wurde mit Abpfiff zeitig das Auto Richtung Prag navigiert.
Im Stadtteil Dejvice gab's nämlich noch ein Spiel in einem der geilsten Grounds Tschechiens, dem Juliska von Dukla.
Bereits bei meinem ersten Besuch in Prag konnte ich die riesige Tribüne vom Zoo aus sehen und war direkt verliebt.
Heute war es also endlich soweit und für 200Kč gab's die Karte, welche in den E-Scanner vom Drehkreuz gehalten werden sollte, nur um dann doch einfach rechts vorbei zu gehen. Ziemlich sinnlose Aktion. Im Gegensatz zur Idee heute Gulaschsuppe oder eine scharfe, mexikanische Version anzubieten. Die zweitere sollte es dann für mich sein und wurde noch mit reichlich Jalapeno gepimpt, während mich die zwei Verkäuferinnen ungläubig anglotzten. Die Verpflegunsoptionen waren so vielseitig wie die Vereine der unzähligen Hopper, die dem Kick beiwohnten, denn von Klobasa bis Steakbrötchen, von Bristol bis Legia war alles vertreten.
Die Haupttribüne, die man vom oberen Ende betritt kommt in live mit ihren wahnwitzigen 12.000 Sitzplätzen noch viel genialer rüber als im Netz, was ein sau geiles Teil!
Die Glanzzeiten des ehemaligen Armeeklubs sind dagegen seit den 1960er Jahren vorbei, als man noch eine dominierende Kraft des tschechoslowakischen Fussballs war. Zwischen 1961 und 1964 holte man jeden Meistertitel und stellte einen wesentlichen Teil der Vizeweltmeister 1962, darunter Mittelfeldspieler und Europas Fussballer des Jahres Josef Masopust, welcher später zum tschechischen Spieler des Jahrhunderts gekürt wurde. Nach der Jahrtausendwende wurde Dukla zerschlagen, spielte zwischenzeitlich sogar in Pribram und versackte in der Fünftklassigkeit. Das Einzige was standhaft blieb, ist das Juliska. Unter Flutlicht ist es noch magischer, wenn man auf die beleuchtete Prager Innenstadt hinunterblickt und das Spielfeld von den gigantischen Masten erhellt wird. Die Spannung auf dem Feld ist dagegen schnell verflogen, nach 20 Minuten steht es 0:3 und Dukla kann froh sein nicht noch mehr Haue kassiert zu haben, ehe es in die Halbzeitpause geht. Ich genehmige mir noch ein Gambrinus an der Holzhütte unten an der Tribüne und schieße noch ein paar Bilder des gelb-roten Ungetüms auf dem sich keine 2.000 Zuschauer verirren.
Mehr deutsche Groundhopper als Gäste vor Ort und so wundert es nicht, dass der Wechselgesang "Hamburg? Freezers!" lauter ist, als jeglicher Supportversuch von der linken Tribünenseite. Super glücklich, aber auch platt vom Tag ging's wieder zurück ins Kloster, diesmal auch für mich. Der Abend wird in der Klosterschänke bei Bier der eigenen Brauerei und leckerer Ente mit Knödeln und Kohl beendet. Was ein genialer Tag und was eine top Unterkunft. Danke an Schöni für diese Idee! Schaut mal beim Adalbert Ecohotel rein, falls ihr in Prag nächtigen wollt, es lohnt sich!