FC Homburg - Kickers Offenbach 2:1 (0:0)

Regionalliga Südwest

09.11.18

Waldstadion (16.488)

Zuschauer: 1.850 (280 Gäste)

      Eintritt: 8€



Durch eine wieder mal glückliche Fügung war ich bereits am Freitagmittag in Rheinland-Pfalz, als das Wochenende vor der Tür stand. Da der VfL sowieso im Süden spielte, bot es sich an gleich hier zu bleiben und so wurde mit Sven und Marcel ein Wochende um das Aalen-Spiel gebastelt. Meine Anreisezeit zum Freitagsspiel hielt sich im Vergleich zu den anderen also deutlich in Grenzen und in einer Stunde war ich mit der Regionalbahn über Neunkirchen in Homburg angekommen. Extrem viel habe ich vom Saarland stadttechnisch noch nicht gesehen, aber was ich gesehen habe, konnte mich noch nicht überzeugen. Diesen Eindruck konnte auch Homburg trotz Spaziergang nicht aufpolieren und so nutzte ich die Zeit zum Anpfiff mit einchecken, duschen und TV gucken. Als die Sonne den Himmel verlassen hatte, wie die Aufstiegshoffnungen jeden Braunschweiger, lief ich entspannt los Richtung Stadion, während die anderen Chaoten sich mit dem Auto über Stock und Stein kämpften um es pünktlich zu schaffen. Bereits 2 Kilometer vor dem Stadion strahlten die Flutlichter des Waldstadions um die Wetter un wiesen mir den Weg, so dass Google Maps ganz schnell wieder beendet werden konnte. Das Waldstadion ist natürlich ein Must-Have der deutschen Stadionlandschaft und zählt zu den 100 größten Grounds der Bundesrepublik. Wie der Name verrät, im Wald gelegen, große Masten, schöne Tribüne, hohe Stehplatzdichte, bei Flutlicht nochmal ein ganz anderes Flair. Parkplätze waren in den angrenzenden Straßen bereits Mangelware und ich kann mir kaum vorstellen, wie das zu Bundesligazeiten ausgesehen haben muss, als die Butze hier noch richtig voll wurde. Nur einer von mehreren, kultigen Clubs, die in den 80ern noch zum Erstligatableau gehörten und nun nicht mehr in den Profifussball zurückkehren. Letzte Saison musste man sogar in der fünftklassigen Oberliga ran, kam aber mit sackstarken 96 Punkten als Meister direkt wieder hoch und setzt sich nun im oberen Tabellendrittel fest. Heute war noch so ein gefallener Klub zu Gast, die Kickers aus Offenbach, welche sich in unmittelbarer Tabellennähe befinden und noch ein Fünkchen Hoffnung auf den Aufstieg haben.

Mein erstes Karlsberg Pils und die Merguez-Frikadelle hatte ich bereits verputzt als die anderen kurz vor Anpffif ankamen und kann die Verpflegung nur in den höchsten Tönen loben, das war wirklich top!

Für 8€ kann man sich im gesamten Stehplatzbereich (außer Gästeblock samt Pufferzone) frei bewegen, wir blieben quasi direkt bei den Bierbuden und stellten uns hinter das Tor.

Die Fanszene der Homburger positioniert sich mittig auf der Gegengerade und erreicht für den kleinen Haufen eine respektable Laustärke, verspielt sich dann aufgrund der Freundschaft zu Hoffenheim auch direkt wieder jegliche Sympathien. Aus Offenbach dann etwas unter 300 Gäste angereist, was für einen Freitagabend und 200 Kilometer Strecke schon ordentlich ist. Vom Stil dann auch eher englisch um immer mal wieder laustarke Nadelstiche zu setzen, als in einen monotonen Sing-Sang zu verfallen. Das bereits angepriesene Ambiente sagt mir hier absolut zu und dank einem ordentlichen Spiel mit einem Last-Minute-Sieger aus dem Saarland endet ein cooler Abend im großzügigen Apartment bei Pizza, Schnitzeln und Bier.