Şirvan FC vs. Şərurspor PFK 3:1 (0:0)

Amateur B qrupu (4. Liga Aserbaidschan)

31.03.18

Yeni Vatan Futbol Kompleks (1.000)

Zuschauer: 18

   Eintritt: frei



Willkommen bei Captain Klobasa Tours!
Mein Name ist Captain Klobasa und ich werde auf dieser Tour ihr Guide sein.
So müsste die Einleitung zu diesem kleinen Trip eigentlich lauten, denn was der Captain vor Beginn der Tour an Energie und Zeit in die Planung steckte, ist wirklich aller Ehren wert.
So konnte ich mich quasi in den Zug nach Berlin setzen und musste ich um (fast) nix Wichtiges kümmern.
Ist ja auch mal ganz schön, auch wenn ich im Normalfall gerne das Zepter für die Planungen übernehme, weil die Planerei fast so viel Spaß macht, wie die eigentliche Tour.
Zur UEFA-Komplettierung fehlen noch einige, auch leichtere Länderpunkte, aber der Kaukasus reizt mich schon lange.
Spätestens als ich im Herbst 2017 zahlreiche Fotos bei Instagram und Co. gesehen habe und auf Pippo's Facebook Pinnwand fleißig eine Truppe zusammengemischt wurde, war klar: Ostern ist es endlich so weit, Adventure-Time! ⚔
Nachdem die Facebookplangruppe zwischenzeitlich zweistellige Mitgliederanzahlen hatte, stand am Ende die 4er Truppe aus Pippo, dem Captain, Frommel und mir.
Während die letzten Partyleichen am Karfreitag aus dem Asilando schlurften, wartete ich also mal wieder auf den ersten IC Richtung Hauptstadt um dann den Flughafen Schönefeld anzusteuern.
Somit bereits das 4. Mal, dass euer Wessi-Schreiberling, aus Berlin zur Länderpunktjagd startet.
Frommel stellte vor dem Airport bereits freundlicherweise 4 Gambrinus zur Verfügung und die Reisegruppe Kaukasus konnte zum ersten Mal gemeinsam anstoßen (das sollte natürlich nicht das letzte Mal sein 😁)
Am Check-In wurde die Zeit noch verschnackt, wo Frommel erzählte, dass ihn ein Kumpel fragte, was er denn über Ostern mache.
Auf die Frage ob er nicht mit nach England will, antwortete er trocken "Nee, englische Woche in Armenien! Ist doch besser als die armenische Woche in England!" 😂😂😂
Situationskomik, die hier wahrscheinlich schwer rüber kommt, aber man merkte sofort, dass es in der Truppe passt.

Auf unseren Exit-Seats bequem und mit massig Beinfreiheit gechillt und bei georgischem Wein und Birnen-Limo den Flug genossen.
Lediglich der Bildschirm blieb schwarz und Pippo vermisste den georgischen Ableger der Simpsons: "Diiiieee Wiiiilliiis!" auf dem Screen.

Alle in meinem Alter und ältere Semester ohne Demenz sollten sich an die legendäre Truppe beim SC Freiburg erinnern.
Alexander Iashwili, Lewan Kobiashwili und natürlich der größte Willi aller Willis: Tobias Willi.

Als auch der Pilot seinen Namen vortrug, welcher selbstverständlich auch auf willi endete, war klar, wie jeder in den kommenden Tagen heißen würde!

Die Landung in Tbilisi war etwas ruckelig, aber am Ende landete Willi den Georgian Airways Vogel sicher auf der Landebahn. Draußen war es extrem windig und wir waren nicht unfroh, dass wir erstmal im Arrivalbereich waren.
Hier hieß es dann erstmal Abschied nehmen von Frommel, welcher es vorzog in Geogien zu bleiben, während wir drei nun auf den 01:30 Flug nach Baku warten durften.
5 Stunden galt es also zu killen und nachdem die ersten Lari ins Portmonee wanderten, flossen auch die ersten Biere unsere Kehlen hinunter. Das 0,7 Liter Natakhtari schmeckte ausgezeichnet, so dass jeder eine Runde spendieren durfte und wir uns mit diversen, georgischen Käsespezialitäten den Magen füllten.

Free Wifi gibt es im Flughafen auf jeden Fall, auch wenn es gleich 2x zu einem Stromausfall kam.
Während Mandy-Rose und Kevin-Jamie nun bereits vor ihrem All-inclusive-Urlaub die Segel streichen würden, zuckt der deutsche Hopper nur mit den Schultern und genießt sein Bier am Efes Beer Port.

Nach viel Gesprächsstoff und einigen Bierwillis konnte es dann aber mit Buta Airways ab nach Aserbaidschan gehen, eine Airline, die vielleicht nichtmal ChrissFlyer gekreuzt haben wird.

1,5 Stunden Flugzeit sind schnell (und erneut wackelig) abgespult und auch der Fahrer des East House Hotels wartet bereits am Flughafen.
In einem Opel mit deutschen Anzeigen werden wir mitten in der Nacht durch die ultramoderne
Hauptstadt chauffiert und bestaunen futuristische Bauwerke. Besonders die Tankstellen mit Literpreisen um 30 Cent, die eher wie Mario Kart Streckenabschnitte wirkten, faszinierten mich.
Für die Einreise nach Azerbaidschan benötigt ihr übrigens ein Visum, welches ihr für knapp 25€ online bekommt.
Im East House Hotel angelangt, fiel dann erstmal die "Tür" auf, welche schlicht aus Plastikfolie bestand.
Hier also bereits der erste Kontrast zwischen dem super neuen und dem nicht mit massig Geld bespieltem Baku.

Die Nacht im mit 16,50€ p.P. (für 2 Nächte) durchaus realpreisigem Zimmer war ganz ok, der Wind pfiff draußen ganz ordentlich und auch die Zeit bis zum Wecker war viel zu kurz.

Das Frühstück im hoteleigenen Döner-Imbiss wurde folgerichtig gar nicht angetreten und direkt der Weg zum Bahnhof gesucht.
Hier wollten wir uns an einem ATM erstmal mit Manat, der Landeswährung eindecken.
Und das war gar nicht mal so easy, denn im und direkt um den Bahnhof gibt es schlichtweg keinen einzigen Geldautomaten!
Auf dem Weg zur angrenzenden Shopping Mall wurden wir dann fündig und Jörg leistete sich beim Kauf der Metrokarte einen bitteren Fehler.
Bei Aufladen der BakiCard frisst der Automat 2 Manat für die Magnetkarte und den Restbetrag ballert er als Guthaben drauf ohne euch das Restgeld auszuzahlen.
Da Jörg einen Fuffi in den Automaten knallte, war sein Guthaben nun 48 Manat, wozu man wissen sollte, dass eine Fahrt nur 20 Quäpik kostet... Mit einer lebenslangen Dauerkarte für die Metro konnte die Fahrt nun los gehen (wenn auch erst in die falsche Richtung). Mit der grünen und dann der roten Linie hatten wir auch 2/3 Linien im Metronetz befahren und kamen gegen 10 Uhr an der Haltestelle İçərişəhər an.
Hier in der Altstadt von Baku sollten wir auf unseren Guide  Dunyamin treffen, bei dem Jörg uns im Vorfeld für eine free Walking Tour angemeldet hatte.
Anders als in bekannten Touristädten wird diese hier nicht hoch frequentiert angeboten, sondern lässt sich eben nur mit Reservierung durchführen.
Dunyamin wies uns dann auch darauf hin, dass das Wetter gestern aufgrund des Windes extrem beschissen war und wir somit richtig Glück hatten, heute hier aufzuschlagen.
2,5 Stunden ging es durch die sehenswerte Altstadt vorbei an der alten Stadtmauer, dem Maiden-Tower und dem Palast der Shirvanshahs. Somit war ich schon mal richtig happy, den damit war auch der erste UNESCO-Punkt im Sack!
Die Tour lohnt sich in jedem Fall und die 10 Manat Trinkgeld p.P. tun auch nicht weh.
Wir schlenderten nun an der Uferpromenade entlang Richtung National Flag Square, wo die Flagge aber nicht hang und auch die anderen nur auf Halbmast wehten, da vor 100 Jahren am 31.3.1918 viele Aserbaidschaner getötet wurden, 2 Monate später konnte aber die Unabhängigkeit gefeiert werden.
Vom Upland Park konnten wir dann nochmal den Blick über die gesamte Stadt streifen lassen, ehe wir dann auch das Meiste gesehen hatten.
Nun also auf zum Fussball und zu Länderpunkt 39!

Über den Yeni Vatan Futbol Kompleks gibt es keinen Eintrag in der App, keine Bilder bei Google und bei Europlan, also ein totales Überraschungsei am Ostersamstag.
Jörg hatte glücklicherweise im Vorfeld über die Facebookseite Azərbaycan Həvəskarlar Futbol Federassiyassı Kontakt mit Webmaster Rauf (gesprochen Ra-Uf) aufgenommen.
Ich kann euch die Seite für Spiele unterhalb der zweiten Liga nur ans Herz legen und ohne sie hätten wir in Baku nur ein Spiel gesehen.
Mit der grünen Metrolinie geht's bis zur Endhalte an den Stadtrand raus und von dort nochmal 10 Minuten zu Fuß weiter.
Oder man nimmt wie wir ein Taxi, verfährt sich erstmal, nimmt noch ein Taxi (mit nem Platten) und kommt auch so irgendwie an.
Der Ground liegt sehr unscheinbar im Wohngebiet und ist nur anhand der Fluter auszumachen.
Eine Perle erwartete in der 4. Liga niemand, aber was wir und unsere gekauften Hülsen hier vorfanden war schwer in Ordnung.
Drei Sitzreihen in Nationalfarben, Lage mitten zwischen abgefuckten Hochhäusern und halt Fussball!
Du fährst/fliegst mehrere tausend Kilometer, suchst nach dem Ground und dann sind Spieler auf dem Feld und machen sich warm.
Niemand außer einem Hopper kann dieses Gefühl wohl im Ansatz nachvollziehen.
Vor Anpfiff war auch Rauf vor Ort und wir verbrachten die 90 Minuten mit unzähligen gegenseitigen Fragen über den Fussball im jeweiligen Land, (mittelmäßiges) Bier trinken und Fotos mit den Kids machen, die sich sehr für uns interessierten.
Die Szenerie mit einer Schubkarre auf der Tribüne und einer brennenden Mülltonne hinter einem Tormann rundete die Nummer hier klar ab.
Das Spiel natürlich Rumpelfussball, aber das ist bei diesem Hobby eh nachrangig 😊
Nach Abpfiff machten wir uns mit Rauf auf in die Metro und ab in die Altstadt zum Abendessen.
In einem Lokal an der Stadtmauer gab es viele aserbaidschanische Spezialitäten wie Gutab (gefüllte Teigfladen mit Fleisch, Käse, Blättern oder Kürbis) und Pilaw (knusprig überbackener Reis mit Lamm oder Huhn). Alles super lecker und dank Rauf's Gastfreundlichkeit sogar umsonst.
Auch vor dem ersten Bier sprach er einen Toast aus, dass wir auf unseren Reisen immer glücklichen Menschen begegnen sollen.
Was ein absoluter Top-Lad! Leider mussten wir seine Einladung noch um die Häuser zu ziehen ablehnen, denn wir waren fix und fertig und verabschiedeten uns schnellstmöglich ins Reich der Träume.