TuS Bersenbrück - TB Uphusen

Oberliga Niedersachsen

19.03.17

Ergebnis: 2 - 2

Hasestadion (3.000)

Zuschauer: ~ 200

   Eintritt: 6,50€

Mit 6 Leuten sollte heute der picke packe volle Sharan Richtung Mannheim zum Spiel gegen die Offenbacher Kickers rollen. Da aber 50% der Autobesatzung (mich eingeschlossen) keinen Bock hatten 3 Stunden früher für ein Frauenfußballspiel aufzustehen, zog heute jeder sein Ding durch. Mit Frauenfußball ist es ja so eine Sache, ich selbst entblöße nicht meine Brüste für Femen, bin aber auch mit Sicherheit kein Sexist oder sonst was. Für mich hat das eine mit dem anderen einfach nichts zu tun und jeder sollte sowieso für sich entscheiden wie er zählt, bei mir sind es inzwischen eben nur Herren und U19 Spiele. Dafür zählen für mich z.B. auch Testspiele, wofür mir die Hopperpolizei wohl auch direkt 3 Kugeln in die Brust jagen würde. Nach etwas Regelkunst nun zum neuen Plan für den Sonntag: Es war einmal ein Land vor unserer Zeit, da nahm sich ein Groundhopper aus OS vor endlich das Hasestadion in Bersenbrück zu kreuzen. Kein Scheiß, ich war echt immer noch nicht hier. Zeit also endlich hier aufzuschlagen wie Roger Federer in Wimbledon. Logischwerweise durfte ich die knapp 30-minütige Fahrt alleine antreten, denn dieser Hut ist für die meisten so alt, wie ein Blondinenwitz. 6,50€ Eintritt für eine Hütte mit 3 Stufen, Stühlen und Sitzbänken als Ausbau? My lovely Mr. singing club, da packt man sich echt an den Kopf. Die erste Hälfte wurde auf einer der Holzbänke unter dem Heimpöbel verbracht, welcher direkt ordentlich Feuer erhielt. Nach 6 Minuten gab es direkt mal die rote Karte für Bersenbrück, klarer Fall, Notbremse, alles okay. Der Rentnermob witterte jedoch bereits Schiebung, dabei traten doch beide Teams mit Euro Jackpot auf der Brust an und machten beste Werbung für die zweitschönste Nebensache in der Welt eines Profifußballers. TB Uphusen, TB Uphusen? Jeder halbwegs normale Mensch sollte von diesem Provinzverein noch nie etwas gehört haben. Der Bund für Männer in engen Kostümen kommt aus dem schönen Achim und war letzte Saison bereits sportlich abgestiegen, durfte aufgrund des Rückzugs vom TuS Lingen aber weiter im elitären Kreis der Oberliga bleiben. Auf jeden Fall ist man in Uphusen/Achim noch in den goldenen Zwanzigern stecken geblieben. Die Herren in den blauen Trikots haben nämlich von der Abseitsregel noch nie etwas gehört. Ich kann mich ganz ehrlich an kein Spiel erinnern wo die Fahne so oft in die Höhe schnellte, der Linienrichter braucht auf jeden Fall die nächsten 3 Wochen nicht in die Muckibude... Dies kommentierte auch der Anführer der Pöbel-Opis sehr sachlich: "ZACK! Da schnappt die Falle wieder zu! Jede Ratte wird gefangen!" Eben dieser Opi ist im Vergleich zu den Achims immerhin schon im 2. Weltkrieg angekommen, anders kann ich die Äußerungen bei Freistößen der Gastgeber wie "BOMBARDIEREN!!!" oder "KEINE GNADE MÄNNER!" nicht deuten. Die Gattung der Pöbel-Rentner zeigt zwar ein taktisches Verständnis aus den 70ziger Jahren und würde am liebsten noch mit Libero spielen, ist aber ein elementarer Bestandteil des Amateurfußballs. Was würden wir ohne sie während eines solchen Spiels machen? Die Gäste nutzten die Überzahl noch vor der Pause zum gnadenlosen Doppelschlag und somit war das Ding hier eigentlich so durch wie Lindsay Lohan mit Mitte zwanzig. Der Aufsteiger aus der Landesliga Weser-Ems zeigte aber nach der Pause Moral und verwandelte einen Freistoß direkt in den Winkel. Und jetzt wurde es richtig wild im Streichelzoo Hasestadion! Zunächst kickte ein Stürmer der Gäste dem Bersenbrücker Keeper den Fuß voll ins Gesicht, nachdem dieser den Ball am Boden bereits gesichert hatte. Natürlich forderte der Mob nun die rote Karte, bekam aber nur je 1x gelb für beide Seiten wegen Meckern. Nur eine Minute später durfte dann der zweite Spieler des TuS zum gemütlichen Gruppenkuscheln in die Dusche gehen, nachdem er einen Gegenspieler mit offener Sohle von der Seite umflexte. Das Spiel von Bersenbrück hatte nicht mehr viel mit Fußball zu tun, war es doch so hart wie ein altes Weingummi. Nun hieß es also 9 gegen 11, aber die Gastgeber hatten ja noch ein Ass im Ärmel. Kein Geringerer als Emil Jula, welcher vielen VfL-Fans noch ein Begriff sein sollte. Aus Rumänien werden ja normalerweise nur Straßenhunde nach Deutschland importiert, hier bewies der VfL aber wieder einmal eine glänzende Transferpolitik und holte diesen Kracher an die Brücke. Da Emil Jula einfach nur ein Riese ist, welcher sich aber so viel bewegt, wie die Kandidaten von "The biggest loser" vor ihrer Teilnahme an der Show, spielt man eben einfach Langholz auf den stehenden Rumänen und feiert somit den 2:2 Ausgleich, was für ein Comeback! Zwar gab´s nach dem Abpfiff noch einige Schubsereien, der erhoffte größere Knall blieb aber aus. Für mich ging es wieder in die Zivilisation, für den Lieblingsverein von Fabian Hambüchen wohl wieder in die Landesliga.