IK Sirius - GAIS Göteborg

Superettan

29.08.16

Ergebnis: 0 - 0

Studenternas IP (6.500)

Zuschauer: 2.709

Eintritt: 180 SEK (ca. 19 €)

Deutschland 30 Grad und Bullenhitze. Stockholm 13 Grad und nasskalt. Wilkommen im echten Skandinavien! Der Montag begrüßte uns wie Zinedine Zidane Marco Materazzi und dabei hatten wir nichtmal seine Schwester beleidigt. Das Trauerspiel vor dem Fenster und die Tatsache, dass der Kick in Uppsala erst um 19 Uhr angepfiffen werden sollte, bewegten uns dazu das Auspennen bis zum Extrem auszureizen, so ging es erst gegen 11 Uhr ans Tageslicht und direkt zum Supermarkt, wo der Brunch aufgetischt wurde. Im Anschluß wollten wir unsere letzten To-Do´s auf unserer Touri-Liste abhaken, da der Djurgarden bei diesem Wetter aber so viel Spaß machte wie die Einzelspiel-Option beim Spiel RB Leipzig gegen Hoffenheim, beließen wir es beim Vasa-Museum. Der Eintritt von 10 € lohnt sich, das zu 95 % erhaltene Schiff, welches 1628 gesunken war, machte Eindruck bei den drei Hotdogfreaks aus Nordwestdeutschland.

Funfact: Die Vasa schaffte bei ihrer Jungfernfahrt satte 1300 Meter Fahrtstrecke, also in etwa so viel wie Ailton in einem Pflichtspiel beim FC Oberneuland.

Wir machten uns nun aus mangelnden Alternativen bereits auf den Weg zum Hauptbahnhof um die Regionalbahn nach Uppsala zu erwischen. Nach knapp 40 Minuten Fahrt, schauten wir uns bei apokalypseähnlichen Zuständen das Schloss, den Dom und die Stadt an, ehe wir uns in eine Pizzeria plfanzten. Diese war strategisch klug in eine Pastaschmiede und eben eine Pizzeria aufgeteilt, jeweils oben und unten. Dieses unfassbar geniale Marketingkonstrukt brachte uns fast dazu wieder zu gehen, wir bemerkten den Clou aber kurz vor dem Ausgang noch und das Abendessen war gerettet. Naja, zumindest für mich, denn die Calzone von Marcel war mit Öl ertränkt worden, wirklich ekelhaft -.-

Nach einer weiteren Runde eines meiner neuen Lieblingsspiele "Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass du.....?" durfte Ilka noch ihre musikalischen Künste beweisen und die Tonleiter auf dem Klavier vor allen anwesenden Gästen spielen. Da die erhofften "Zugabe, Zugabe!"- Rufe ausblieben, machten wir uns schnell auf den Weg nach draußen und zum Ground, welcher direkt hinter dem Stadtpark von Uppsala liegt. Hier herrschte unerwartet viel Treiben, wir kauften unsere Karten für 180! SEK und zahlten somit mehr als beim Derby......

Das Stadion weist eine Haupttribüne mit Sitzplätzen auf, auf welcher sich auch die kleine Fanszene von IK Sirius aufhält. Auf der Gegenseite eine unüberdachte Stahlrohrtribüne für Stehplätze, wo sich heute etwa 30 Gays.... ähh GAIS-Fans aufhielten. Das Schloss im Hintergrund auf einer Hintertorseite wusste zu gefallen, zur anderen Seite fällt der Blick auf ein fast baugleiches Stadion. Der Untergrund war jedoch nicht Rasen, sondern Eis. Also ein Eishockeystadion, okay. Naja, fast.... Es handelt sich um eine Anlage für Bandy, den Vorläufer des heutigen Eishockey, wobei das Spielfeld so groß wie beim Fußball ist und auch viele andere Regeln ähnlich sind. Gespielt wird mit 11 Spielern, die Halbzeit dauert 45 Minuten, es gibt Abseits und Eckbälle.

Aber zurück zum Weltsport, wo es heute noch rumpeliger zuging als gestern beim Derby. Das Spielfeld war vermutlich eher für ein packendes 100 Meter Schmetterling-Rennen geeignet. Wir sahen die Wasserschlacht von Uppsala und das ohne ein einziges Tor. Schon wieder. Der Fakt, dass es arschkalt war und ich beim Tasche packen im heißen Deutschland nicht  an eine Jacke dachte, ließ mich dann noch etwas mehr im Strahl kotzen und hoffen, dass dieser Bums hier schnell vorbei gehen würde. Nach Abpfiff ging es zurück zum Bahnhof, nur um den Zug um 3 Sekunden zu verpassen, ihr kennt es: Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß. Heute schien ich in einen extra dicken Klumpen Elchscheiße getreten zu sein, aber wir machten uns die Zeit mit Kaffee, Donuts und freiem WLAN (ja DB sowas gib´ts!!!) einigermaßen erträglich. Mit dem letzten Zug des Tages ging es zurück in die Hauptstadt und endlich aufs warme Zimmer. Pennen war aber irgendwie noch nicht angesagt und so duellierten sich Marcel und ich noch eine Weile im Vereine aufzählen, bis das jeweilige Land ausgeschöpft war. Beim fairen Endstand von 2:2 hieß es dann aber ein letztes Mal Gute Nacht Stockholm. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an die netten Mitfahrer Ilka und Marcel, zusammen macht Hoppen halt einfach noch mehr Spaß ;-)