FC Dordrecht - FC Den Bosch

Jupiler League

02.12.16

Ergebnis: 2 - 2

Riwal Hoogwerkers Stadion (4.077)

    Zuschauer: 1.238

   Eintritt: 9 €

Auswärtsspiel bei Fortuna Köln, ein staubiger alter Hut und somit die Gelegenheit um mal wieder ein paar neue Grounds zu machen. Nachdem zunächst mit größerer Besatzung ein Ostdeutschland/Tschechien Paket ausgeguckt wurde, dies durch Spielverlegungen aber raus fiel, sollte es nun Richtung Belgien/Frankreich gehen. Allerdings meldete sich der "privatinsolvente" Marcel und sagte die Sause aufgrund der bekannten Hopperkrankheit Geldmangel ab. Da ein Teil des Umfelds in Bosnien unterwegs war und sonst ziemlich alle nach Köln fuhren, hieß es was eigenes auf die Beine zu stellen und dabei stieß ich auf meinen schon länger erhofften Doppler in Rotterdam. Durch gute Anstoßzeiten ließ sich das Programm noch erweitern und begann so bereits am Freitag bei den Schafköpfen. Wer sich nun fragt warum die Kartentruppe um Thomas Müller und Philipp Lahm plötzlich in den Niederlanden ihr Erspartes verzockt, dem sei gesagt, dass es sich auch um den Spitznamen des FC Dordrecht handelt. Klingt erstmal nach Bauernclub á la Tante Lotte, der Verein hat allerdings eine lange Tradition und wurde bereits 1883 gegründet.

Die Anfahrt am Freitagnachmittag geriet vor Rotterdam ordentlich ins stocken, da einige Unfälle die Fahrtzeit in die Länge zogen. Das Auto wurde etwas abseits der Unterkunft kostenfrei abgestellt und zu Fuß ging es die Hauptstraße Krommedijk rauf zum Apartment. Hier war allerdings alles stockduster, mein Airbnb Host Ellen stand ebenfalls noch im Stau und so wurde der Schlüssel eben bei der Nachbarin eingesammelt. Kurz die Sachen aufs Bett gehauen und ab zum wichtigsten Tagesordnungspunkt, der Frituur. "De Smulhoek" hieß der gute Laden und war auch schon hoffnungslos überfüllt mit Fans und Leuten, die sich freitagabends was gönnen wollten. Frikandel und Pommes Pindasaus waren top und somit konnte es weiter die Straße runter Richtung Stadion gehen. Dieses ist zentral gelegen und die Flutlichter schon von weitem zu erkennen. Das macht einfach schon Bock auf Fußball :)

Das Ticket gab´s für 9 € für die Hintertorseite, wo sich auch die einheimischen Fans niederließen. Für mich die mit Abstand schönste Tribüne hier, da hinter den Stehrängen noch die alten Holzsitze und Bänke geblieben sind, wo ansonsten überall bereits neue Plastikschalen angeschraubt wurden. Vor Spielbeginn trällerte es dann aus den Boxen: "Sheepheads on fire, you´re defence is terrified!" Terrified waren allerdings nur alle Zuschauer auf meiner Tribünenseite, denn beim Warmschießen gingen gefühlte 85 % über das Tor, kein Wunder also, dass man sich in Dodrecht als großes Vorbild den SC Paderborn genommen hat und aktuell am Durchmarsch von Liga 1 in Liga 3 arbeitet.

Umso überraschter war ich als die Gastgeber nach 3 Minuten durch einen Lupfer in Führung gingen und der Jogginghosen + Vokuhila Edelfan völlig abdrehte.

Bei Temperaturen, wo man eigentlich zu Hause auf der Couch oder auf dem Weihnachtsmarkt Glühwein trinken sollte, gab es ein spannendes Spiel zu sehen, der Favorit aus ´s-Hertogenbosch drehte die Partie noch vor der Pause und die 10 mitgereisten "Casuals" trauten sich ein wenig zu pöbeln.

Zur Pause dröhnte dann Love u more von Paul Elstak aus den Boxen, feinster New Kids Techno also, so soll es hier doch sein! :)

Dordrecht glich kurz nach der Pause noch aus, das feierten die heimischen "Ultras" unter anderem mit einem im Block stehenden Polizisten, Umarmungen und Handschläge wurden ausgetauscht, bei uns völlig undenkbar...

Ich verschwand nach Abpfiff so schnell wie Lothar Matthäus´ Ehefrauen und machte es mir lieber im warmen Zimmer bequem, der Folgetag in Rotterdam war schließlich auch straff geplant...